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Das warme Licht einer Öllampe erhellt den Raum. Auf einem niedrigen Tischchen steht eine Schale mit Wasser und daneben eine kleine Kanne. Der schlanke Hals, der geschwungene Ausguss und die farbigen Ornamente haben etwas Feierliches – und zugleich etwas erstaunlich Vertrautes.
Aftaba nennt man diese traditionelle Form des orientalischen Gießgefäßes. Ihre Grundform ist über Jahrhunderte gewachsen: ein kompakter Körper, ein sich verjüngender Hals und ein Ausguss, der die Bewegung der Hand weiterführt. Ursprünglich war sie Teil einer Kultur des Waschens und der Gastfreundschaft und damit eng mit dem Alltag verbunden.
Später wurde aus dem Gebrauchsgefäß zunehmend auch ein dekoratives Objekt. Besonders im 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden traditionelle Formen mit dichtem Ornament, farbigen Flächen und aufwendiger Metallgestaltung verbunden. Diese Aftaba greift genau diese Bildwelt auf – mit floralen Ornamenten und kräftigen Rot-, Grün- und Blautönen, die sich eng um den Körper legen.
Die Oberfläche trägt kleine Spuren und Unregelmäßigkeiten. Nichts ist vollkommen glatt oder makellos. Gerade dadurch bleibt der Eindruck eines Gegenstandes erhalten, der einmal Teil einer anderen Lebenswelt gewesen sein könnte.
Heute braucht sie kein Wasser mehr.
Auf einem Sideboard, zwischen Holz, Messing, Textilien und warmem Licht, bringt sie ein wenig orientalische Atmosphäre in den Raum - als kleines Objekt mit eigener Geschichte.
Aftaba – orientalisches Gießgefäß
Maße: 16 × 7,5 cm
Höhe: 22 cm
Er steht da, als wäre er schon immer dort gewesen.
Kompakt, schwer und erstaunlich ruhig. Der Kopf tief angesetzt, die Hörner weit ausladend, der Körper auf wenige kräftige Formen reduziert. Nichts ist überflüssig. Kein Fell, das einzeln ausgearbeitet werden müsste, kein naturalistisches Detail, das den Blick aufhält. Dieser Büffel erzählt nicht von seinem Aussehen, sondern von seiner Haltung.
Und genau darin steckt ein Stück seiner Zeit.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beginnt sich die Keramik zu verändern. Aus dem kunsthandwerklichen Gegenstand wird zunehmend ein eigenständiges Gestaltungsmittel. Formen werden vereinfacht, Tierfiguren verdichtet und auf ihre wesentlichen Linien und Volumen zurückgeführt. Nicht mehr die möglichst detailgetreue Darstellung steht im Mittelpunkt, sondern die Wirkung der Form.
Bei diesem Büffel kommt noch etwas hinzu: die Glasur.
Der dunkle Körper wird von einer blau-weißen Laufglasur überzogen, die sich beim Brand ihren eigenen Weg gesucht hat. Sie sammelt sich, läuft ineinander, wird an manchen Stellen dichter und an anderen wieder zurückhaltender. Das Ergebnis lässt sich nicht vollständig planen – und genau das macht den Reiz aus.
Man spürt hier eine Haltung, die für die Keramik dieser Zeit typisch ist: Das Material darf mitgestalten.
Vielleicht hätte dieser Büffel in den 1960er- oder 1970er-Jahren auf einem Sideboard gestanden, zwischen dunklem Holz, Leder und warmen Textilien. Ein einzelnes keramisches Objekt in einem Raum, der nicht vollgestellt sein musste, um Persönlichkeit zu zeigen.
Heute funktioniert er ganz ähnlich.
Auf einem Regal, einem Sideboard oder zwischen modernen Möbeln bringt er etwas Erdiges und Unmittelbares mit. Seine kräftige Form steht im schönen Gegensatz zu glatten Flächen und klaren Linien.
Einfach so.
Keramikfigur, 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts
Maße:
Länge: 13 cm
Breite: 5 cm
Höhe: 6 cm
Man könnte meinen, diese kleine Schatulle bewahre nicht nur Dinge auf, sondern auch eine Erinnerung.
Auf dem dunklen Lack öffnet sich eine Landschaft: Ein Reiter ist unterwegs, eine Figur scheint ihn zu verabschieden, daneben steht ein kleiner Pavillon unter einem weit ausgreifenden Baum. Alles ist ruhig. Nichts verrät, was vorher geschehen ist oder wohin die Geschichte den Reiter führt.
Vielleicht ist genau das der Zauber solcher Bilder: Sie erzählen genug, um die eigene Fantasie zu beflügeln.
Besonders schön wird die Szene, wenn Licht auf die Perlmutt-Einlagen fällt. Dann schimmern die Landschaft, die Figuren und die feinen Details in unterschiedlichen Farben. Bewegt man die Schatulle ein wenig, treten manche Stellen hervor, während andere wieder beinahe verschwinden. Das Bild scheint sich zu verändern, obwohl alles an seinem Platz bleibt.
Solche Lackarbeiten haben in Ostasien eine lange Tradition. Im 20. Jahrhundert wurden traditionelle Bildwelten auch für den internationalen Markt weitergeführt und in dekorative Objekte übersetzt. Die alte Kunst des Lackierens, Einlegens und Polierens traf dabei auf eine zunehmend moderne Wohnkultur.
Und auf einmal findet sich eine kleine Szene aus einer fernen Welt mitten im Wohnzimmer.
Vielleicht stand die Schatulle einst auf einem Frisiertisch oder einer Kommode. Vielleicht lagen darin Schmuck, Briefe oder kleine Erinnerungsstücke…
Heute muss sie nichts mehr aufbewahren, um eine Geschichte zu erzählen. Sie selbst ist die Geschichte.
Asiatische Lackschatulle mit Perlmutt-Intarsien, 20. Jahrhundert
Maße: 15 × 10,5 cm · Höhe: 7,5 cm
Um 1900 verändert sich der Geschmack. Was gestern noch streng, symmetrisch und repräsentativ sein musste, darf nun lebendiger werden. Die alten Formen des Historismus sind noch da, aber sie beginnen sich zu bewegen.
Diese Vase erzählt genau von diesem Übergang.
Ihre üppige, plastische Gestaltung erinnert noch an die repräsentative Keramik des 19. Jahrhunderts. Der kräftige Körper, der ausgearbeitete Fuß und die ornamentalen Details wirken beinahe wie ein kleines Schaustück. Doch dann lösen sich die Linien: Die beiden Henkel schwingen weit nach außen, Formen gehen ineinander über und erinnern bereits an Ranken und Pflanzen. Der Jugendstil kündigt sich an.
Auch die Glasur trägt zu diesem Eindruck bei: Türkis, Grün und beinahe schwarze Bereiche fließen ineinander und folgen der plastischen Oberfläche. Je nach Licht treten einzelne Strukturen stärker hervor, während andere wieder zurücktreten. Die Vase wirkt dadurch nie ganz statisch.
Vielleicht ist gerade das ihr besonderer Reiz: Sie zeigt einen Moment des Wandels. Eine Zeit, in der Künstler und Kunsthandwerker begannen, sich von den historischen Stilvorlagen zu lösen und nach einer neuen, eigenen Formensprache zu suchen.
Noch ist sie opulent, noch liebt sie das Ornament. Aber die strengen Regeln beginnen sich aufzulösen. Aus ihnen entstehen die geschwungenen Linien und organischen Formen, die wenig später zum charakteristischen Ausdruck des Jugendstils werden.
Eine Vase also, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern ein kleines Stück Aufbruch n sich trägt.
Keramik-Vase, Europa, wahrscheinlich Frankreich, um 1900.
Maße: 19 × 12 cm · Höhe: 29,5 cm
Ein Wohnzimmer der 1970er Jahre: warme Farben und dunkles Holz, dazu Messing und Glas… Auf der Fensterbank oder in der Vitrine stehen Dinge, die von Reisen, Fernweh und einer gewissen Freude am Dekor erzählen. Und auf dem schweren Sideboard hat die japanische Deckelvase ihren großen Auftritt.
Mit ihrem kräftigen Rot, dem glänzenden Gold und den fein gemalten Vögeln und Blüten bringt sie genau jene Mischung aus Exotik, Tradition und dekorativem Luxus mit, die in dieser Zeit so faszinierend erschien. Japan wurde im Westen nicht nur als Herkunftsland hochwertiger Dinge wahrgenommen, sondern auch als Gegenwelt zur eigenen, modernen Lebenswelt: fern, kunstvoll und voller jahrhundertealter Traditionen.
Dabei ist die Vase selbst ein schönes Beispiel dafür, wie diese Welten miteinander verschmelzen.
Die Form ist streng gegliedert und fast architektonisch aufgebaut. Der facettierte Körper führt den Blick nach oben, der hohe Deckel streckt die Silhouette. Darauf entfaltet sich ein dichtes Dekor aus roten Feldern, Goldlinien, Blüten und Vögeln. Traditionelle japanische Motive werden hier nicht zurückhaltend eingesetzt, sie dürfen glänzen, leuchten und den Raum schmücken - Japan durch die Augen der internationalen Nachkriegszeit.
((Das passt erstaunlich gut in die Zeit.
Denn die 1970er und frühen 1980er Jahre waren keineswegs nur die Ära des nüchternen Funktionalismus. Neben klaren modernen Formen entstand eine neue Lust am Dekorativen, Internationalen und Persönlichen. Reisen wurde für immer mehr Menschen erreichbar, andere Kulturen wurden als Inspiration entdeckt und Wohnräume durften wieder zeigen, wer in ihnen lebte und was man von der Welt mit nach Hause gebracht hatte.))
Auch die Marke Eiwa Kinsei auf der Unterseite gehört zu dieser Geschichte: Japanisches Porzellan, sorgfältig gefertigt und für einen Markt gedacht, der sich für japanische Handwerkskunst und die Vorstellung vom „Exotischen“ begeisterte.
Eine solche Vase war deshalb weit mehr als ein Gefäß. Sie war ein kleines Stück Fernweh auf dem Sideboard.
Und vielleicht ist genau das heute noch ihre Wirkung: Man sieht sie an und hat sofort das Gefühl, dass hinter ihr eine Geschichte steckt – von einer Zeit, in der die Welt kleiner wurde und gleichzeitig größer erschien.
Japanisches Porzellan, Eiwa Kinsei, ca. 1970er–1980er Jahre
Durchmesser: 11 cm
Höhe: 20 cm
Um 1900 durfte ein Gegenstand ruhig zeigen, was er konnte.
Auf einer gut gedeckten Tafel ging es längst nicht mehr nur darum, etwas zu servieren. Die Dinge selbst wurden Teil der Inszenierung: Schalen, Karaffen, Leuchter und Besteck sollten Wohlstand, Bildung und guten Geschmack zeigen.
Diese Fußschale ist ein schönes Beispiel für diese Welt.
Ihre Form erinnert an eine antike Tazza: eine weit gespannte Schale auf einem kräftigen Fuß. Doch an den Seiten sitzen zwei Schwäne, deren lange Hälse sich elegant nach oben schwingen und gleichzeitig als Henkel dienen. Sie sind also nicht einfach aufgesetzt, sondern tragen die Form.
Genau darin zeigt sich der Geist des Historismus. Man blickte zurück auf vergangene Epochen, nahm bekannte Formen und Motive auf und setzte sie zu etwas Neuem zusammen. Antike Vorbilder, klassizistische Strenge und dekorative Elemente konnten sich dabei ganz selbstverständlich ergänzen.
Der Schwan passte perfekt in diese Bildwelt. Schon seit Jahrhunderten steht er für Schönheit, Eleganz und Anmut – Eigenschaften, die sich auf einer repräsentativen Tafel besonders gut machten.
Im Inneren finden sich noch Reste der ursprünglichen Vergoldung. Außen hat das Metall über die Jahrzehnte eine lebendige Patina entwickelt. Beides erzählt davon, dass die Schale nicht nur angeschaut, sondern tatsächlich benutzt wurde und Teil einer Tafelkultur war.
Heute braucht sie keine festlich gedeckte Tafel mehr, um Eindruck zu machen. Als Solitär auf einem Sideboard oder einer Konsole erzählt sie von einer Zeit, in der selbst eine Schale eine Bühne für Eleganz sein durfte.
Fußschale aus dem späten Historismus mit neoklassizistischen Anklängen, Europa um 1900
Durchmesser Schale 21 cm
Breite inkl. Henkel 28 cm
Höhe 22,5 cm
Die 1960er- und 1970er-Jahre entdecken die Natur neu – zumindest für die eigenen vier Wände. Zimmerpflanzen ziehen auf Fensterbänke, Keramik wird organischer und Blumen, Blätter und natürliche Formen halten Einzug in das moderne Wohnen. Zwischen Teakholzmöbeln und bunten Stoffen sorgen sie für Wärme und einen Hauch von Garten im Haus.
Dieser Keramikteller greift genau dieses Lebensgefühl auf. Seine geschwungene Blattform mit den fein modellierten Blattadern und der plastischen Blüte wirkt fast wie ein Fund aus der Natur. Die abgestuften Grüntöne der Glasur unterstreichen diesen Eindruck und verleihen dem Objekt eine lebendige Tiefe.
Ob auf dem Esstisch, dem Sideboard oder an der Wand – schon damals war ein solcher Teller weit mehr als nur Geschirr. Er war dekoratives Wohnaccessoire und Ausdruck einer Zeit, in der Design nicht nur funktional, sondern auch sinnlich und naturnah sein durfte.
Welchen Platz bekommt er bei dir?
Ein charaktervolles Keramikobjekt aus den 1960er-/70er-Jahren, das den Charme des Mid Century bis heute bewahrt.
Durchmesser: 22,5 cm
Es gab eine Zeit, da begann jede Tasse Kaffee mit einer kleinen Reise.
Japanisches Porzellan war mehr als nur Geschirr – es brachte Motive, Farben und Geschichten aus einer fernen Kultur auf den heimischen Tisch. Wer ein solches Service besaß, zeigte nicht nur guten Geschmack, sondern auch die Freude an außergewöhnlichen Dingen.
Dieses feine Porzellan-Set erzählt seine Geschichte Bild für Bild. Auf Teller, Tasse und Untertasse begegnen sich zwei Figuren in einer ruhigen Szene, die sich auf jedem Teil ein wenig verändert. Mal rückt sie näher heran, mal öffnet sie sich und gibt den Blick frei. Goldene Akzente und die feine Bemalung verleihen dem Dekor Leichtigkeit und Eleganz, ohne aufdringlich zu wirken.
Gerade diese Liebe zum Detail machte japanische Exportwaren so beliebt. Sie verbanden traditionelle Motive mit einer feinen, ausgewogenen Gestaltung und verwandelten selbst die Kaffeetafel in einen kleinen Moment der Entdeckung.
Heute ist dieses Ensemble nicht nur ein wunderschönes Porzellanservice, sondern auch ein Zeugnis einer Zeit, in der man sich die große weite Welt Stück für Stück nach Hause holte.
Japanische Exportkunst, frühes 20. Jahrhundert.
Maße:
Teller: Ø 19 cm
Untertasse: Ø 14 cm
Tasse: Ø 9,5 cm
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Japan für viele Menschen ein fernes, geheimnisvolles Land. Man kannte seine Kunst von Weltausstellungen, aus Schaufenstern oder aus den Salons wohlhabender Familien. Ein handbemalter Porzellanteller wie dieser brachte ein Stück dieser fernen Welt nach Europa – nicht aufdringlich, sondern mit feinen Bildern, die zum Entdecken einluden.
Je länger man hinsieht, desto mehr offenbart sich die Szene. Drei elegant gekleidete Figuren bewegen sich durch eine blühende Landschaft. Wasser, Bäume und Vögel fügen sich zu einer ruhigen Komposition, die fast wie ein kleines Gemälde wirkt. Das zarte Gold setzt dabei keine prunkvollen Akzente, sondern lässt das Motiv sanft im Licht schimmern.
Solche Teller wurden nicht im Schrank versteckt. Sie schmückten Vitrinen, Anrichten oder den guten Salon und waren Ausdruck der Begeisterung für fernöstliche Handwerkskunst. Sie erzählten von Reiselust und Neugier – in einer Zeit, in der die Welt für viele Menschen gerade erst ein Stück größer wurde.
Auch heute entfaltet dieser Teller seine Wirkung ganz ohne große Inszenierung. Auf einem Sideboard, in einer Vitrine oder dezent an die Wand gelehnt lädt er dazu ein, immer wieder neue Details zu entdecken. Denn manche Objekte betrachtet man nicht nur - man verliert sich für einen Moment in ihnen.
Handbemalter japanischer Zierteller mit seitlichen Griffausschnitten.
Japanische Exportkunst, um 1900.
Durchmesser: 25 cm
Manche Objekte verändern sich über den Tag. Am Morgen wirkt diese Vase ruhig und zurückhaltend. Doch wenn am Abend das warme Licht durchs Fenster fällt oder eine Lampe den Lack zum Leuchten bringt, beginnt das Perlmutt zu schimmern. Plötzlich treten die feinen Motive hervor – und die beiden Phönixe scheinen fast über der tiefroten Oberfläche zu schweben.
In der chinesischen Kultur gilt der Phönix als Sinnbild für Glück, Harmonie und Erneuerung. Er steht für Schönheit, Frieden und das Gleichgewicht der Kräfte. Gemeinsam mit den traditionellen Symbolen bildet er eine Bildsprache, die seit Jahrhunderten ihren festen Platz in der chinesischen Kunst hat.
Dieses Zusammenspiel macht den Reiz der Vase aus. Der tiefrote Lack bildet eine ruhige Bühne, während das Perlmutt auf jede Veränderung des Lichts reagiert. Mal schimmern die Vögel in zarten Grün- und Blautönen, mal scheinen sie beinahe mit der Oberfläche zu verschmelzen. So wirkt die Vase nie ganz gleich – sie verändert ihren Ausdruck mit jedem Blickwinkel und zu jeder Tageszeit.
Solche Lackarbeiten entstanden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Anlehnung an traditionelle chinesische Handwerkskunst. Sie verbanden klassische Motive mit einer klaren, eleganten Form und brachten ein Stück fernöstlicher Ästhetik in moderne Wohnräume.
Auch heute braucht diese Vase nicht viele Worte. Ein einzelner Zweig genügt – oder auch gar keiner. Denn manchmal ist das schönste Bild bereits auf dem Objekt selbst zu finden.
Lackvase mit Perlmutt-Einlagen, China, ca. 1960–1990.
Durchmesser: 15 cm
Höhe: 30,5 cm
Die 1960er- und 1970er-Jahre waren nicht nur die Zeit klarer Linien und moderner Möbel. Auch dekorative Keramik hatte ihren festen Platz im Wohnzimmer. Tierfiguren, abstrakte Formen und ausdrucksstarke Glasuren brachten Leben auf Sideboards, Regale und Fensterbänke. Sie erzählten von Fernweh, Naturverbundenheit und der Freude daran, das Zuhause mit besonderen Einzelstücken zu gestalten.
Dieses steigende Pferd fängt genau diesen Zeitgeist ein. Mit seiner kraftvollen Haltung scheint es sich im nächsten Moment weiter aufzurichten, um gleich darauf los zu galoppieren. Die fließende Glasur in Grün- und Brauntönen unterstreicht die Bewegung und verleiht der Figur eine lebendige Ausstrahlung. Je nach Lichteinfall treten neue Farbnuancen hervor und machen jede Ansicht ein wenig anders.
Damals schmückte eine Figur wie diese das Wohnzimmer, heute erzählt sie von einer Zeit, in der Keramik nicht nur Kunsthandwerk, sondern Ausdruck eines modernen Wohngefühls war. Ein charaktervolles Einzelstück, das auch Jahrzehnte später nichts von seiner Dynamik verloren hat.
Keramikfigur „Steigendes Pferd“, 20. Jahrhundert.
Größe 19 × 7 cm
Höhe 30 cm
Wir befinden uns im Zeitalter des Art Déco, so etwa um 1920/1930 herum. Luxus hält Einzug in den Alltag der Menschen. Design wird zum Ausdruck von gutem Geschmack und Wohlstand und selbst nützliche Alltagsgegenstände dürfen Eleganz und Ästhetik ausstrahlen.
Diese Kehrschaufel aus Metall war für den Tisch gedacht. Zusammen mit einem kleinen Handfeger diente sie dazu, zwischen den Gängen Krümel und Essensreste stilvoll vom Tisch zu entfernen.
Ein praktischer Helfer – und zugleich ein dekoratives Zeugnis einer Zeit, in der selbst das Krümelfegen eine elegante Angelegenheit war.
Mit ihren geometrischen Ornamenten und der hochwertigen Ausführung verkörpert sie den Stil des Art Déco bis ins kleinste Detail.
Die Oberfläche zeigt eine natürlich gewachsene Patina, die dem Objekt Tiefe verleiht und seine Zeit sichtbar macht.
Was ursprünglich als Gebrauchsgegenstand gedacht war, wird heute zum Blickfang in jedem Raum.
Ein authentisches Beispiel für europäisches Kunsthandwerk um die Jahrhundertwende.
Kehrschaufel, geprägtes Metall mit klarer, architektonischer Formensprache, um 1920/1930
Größe 18 x 19 cm
Die 1960er-Jahre sind die Zeit des Aufbruchs. Die Wohnzimmer werden heller, die Möbel geradliniger. Modernes Design hält Einzug in den Alltag. Im Radio läuft Caterina Valente und auf dem Sideboard steht eine Bonboniere, gefüllt mit dem guten Karamell - und stets griffbereit für Überraschungsbesuch. Denn vorher angerufen wurde damals eher selten.
Wer Gäste empfing, legte nicht einfach eine Bonbontüte auf den Tisch, sondern ein Stück guten Geschmacks.
Diese Bonboniere von Rosenthal bringt genau dieses Lebensgefühl auf den Punkt. Die geometrischen Formen und das grafische Dekor in Rot, Blau und Gelb spiegeln den Zeitgeist einer Epoche wider, die von Optimismus und neuen Gestaltungsideen geprägt war. Alles wirkt wohlüberlegt, reduziert und dennoch lebendig.
Damals warteten darin Bonbons, Pralinen oder kleine Naschereien auf den Besuch. Heute ist sie längst mehr als ein Gebrauchsgegenstand – sie ist ein kleines Designobjekt, das die Handschrift des Mid Century bis heute bewahrt.
Original Rosenthal, Bavaria – gefertigt in Deutschland, ca. 1965–1975
Größe 13 × 9 cm
Höhe 7,5 cm
Es ist früher Abend. Das Radio läuft leise, der Tag klingt langsam aus und auf dem Tisch duftet eine frisch aufgebrühte Kanne Tee und wartet auf Tamme, der von der Arbeit nach Hause kommt….
In den 1930er- und 1940er-Jahren gehörten solche kleinen Rituale zum Alltag. Man nahm sich Zeit, saß zusammen und genoss die einfachen Momente – oft begleitet von Dingen, die nicht nur praktisch, sondern auch schön gestaltet waren.
Diese Teekanne stammt aus genau dieser Zeit, einer Zeit des Wandels. Die charakteristische Ornamentik des Art Déco beginnt sich zurückzunehmen, klare Formen und das Material treten in den Vordergrund.
Der nahezu kugelförmige Körper wirkt ruhig und ausgewogen, die feinen Kanneluren verleihen ihm Struktur, ohne ihn zu überladen. Alles scheint selbstverständlich an seinem Platz.
Besonders charakteristisch ist der Griff aus Bakelit. Das damals noch junge Material galt als Symbol des Fortschritts und fand seinen Weg in viele Haushalte. Es war leicht, robust und modern – genau das, was man sich von den Dingen des täglichen Lebens versprach. Zusammen mit dem kühlen Metall entsteht ein reizvoller Kontrast, der diese Kanne bis heute unverwechselbar macht.
Sie wirkt erstaunlich zeitlos. Auf einem gedeckten Tisch erzählt sie von einer Epoche, in der gutes Design nicht auffallen musste, sondern den Alltag ganz selbstverständlich begleitete. Denn manche Rituale verändern sich nie.
Teekanne aus Metall mit Bakelit-Griff, Deutschland.
Maße:
21,5 × 15 cm
Höhe: 14 cm
Zwei Schwäne… Die langen Hälse wie eine ruhige Linie nach oben geführt, das Gefieder fein ausgearbeitet, die Körper klar und ausgewogen. Nichts wirkt überladen – und gerade deshalb fällt die Form auf.
Vielleicht liegt darin auch etwas vom Lebensgefühl der Mitte des 20. Jahrhunderts: Gestaltung wird selbstbewusster, klarer, reduzierter. Dekor darf noch vorhanden sein, aber es muss nicht mehr alles erzählen. Die Form selbst bekommt Raum.
Das versilberte Metall nimmt diese Haltung wunderbar auf. Über die Jahre ist eine feine Patina entstanden, kleine Spuren erzählen davon, dass die beiden Schwäne nicht im Schrank aufbewahrt wurden.
Ihr Glanz ist weicher geworden, ihr Ausdruck dadurch fast noch schöner.
Jeder Schwan wäre für sich ein schönes Objekt. Zusammen entsteht jedoch etwas anderes: eine kleine Szene. Zwei Schwäne, die sich ansehen oder nebeneinander ihre Runden auf dem See drehen, zwei Hälse, die dabei eine gemeinsame Linie bilden, zwei Kerzenflammen, die den Raum zwischen ihnen mit Licht füllen.
Vielleicht ist das der Moment, in dem aus zwei Kerzenhaltern ein kleines Stück Atmosphäre wird…
Elegante Kerzenhalter als Schwanenfiguren aus versilbertem Metall, Mitte des 20. Jahrhunderts
Maße: 10 × 5 cm
Höhe: 9 cm
Die 1960er-Jahre sind angebrochen. In der DDR wird gebaut und eingerichtet Die Möbel sind schlicht, die Wohnungen funktional, der Platz oft knapp – umso wichtiger sind kleine Farbtupfer, die den Alltag freundlicher machen. Kräftige Farben und klare Formen halten Einzug in die Wohnzimmer und bringen einen Hauch von Moderne in die Schrankwand.
Diese Vase stammt aus dem VEB Gräfenroda in Thüringen und ist ein schönes Beispiel für das Design jener Zeit. Mit ihren leuchtend rot-orangen Streifen und der schlichten, harmonischen Form verkörpert sie den Optimismus der 60er Jahre. Sie war kein Luxusobjekt, sondern für den Alltag gedacht – und genau darin liegt heute ihr besonderer Charme.
Ob mit ein paar Sommerblumen oder einfach als dekoratives Einzelstück: Diese Vase bringt den unverwechselbaren Stil des DDR-Mid-Century-Designs zurück ins Wohnzimmer.
Original VEB Gräfenroda, Keramik, ca. 1960er Jahre.
Höhe: 16 cm
Durchmesser: ca. 10 cm
Jugendstil – eine Zeit, in der die Natur den Alltag erobert. Pflanzen ranken, Linien fließen, Metall scheint lebendig zu werden. Nichts wirkt starr, alles wächst, bewegt und verbindet sich zu einer harmonischen Einheit.
Und mittendrin: Der Fisch.
Er ist nicht bloß Verzierung, sondern Teil des Ganzen. Wasserpflanzen umspielen ihn, florale Formen gehen sanft ineinander über, Libellen tanzen am Ufer… Der Rand scheint ganz selbstverständlich aus der Fläche herauszuwachsen – als hätte die Natur selbst diese Servierplatte geformt.
Was wurde wohl vor über 100 Jahren darauf serviert? Feines Gebäck? Obst? Oder tatsächlich Fisch? Als reine Dekoration war diese Platte damals sicherlich nicht gedacht. Schönheit und Funktion gehörten im Jugendstil einfach zusammen.
Und heute? Fast schade, das kunstvolle Relief zu verdecken. Vielleicht servierst du darauf besondere Kleinigkeiten. Vielleicht bekommt dieser Fisch auch einfach einen Platz, an dem er seine ganze Wirkung entfalten darf und zum Blickfang in deinem Zuhause wird.
Auf der Rückseite befindet sich übrigens eine geprägte Marke mit Krone sowie die Modellnummer 4196. Die Ausführung und Nummernlogik sprechen für eine Zuschreibung zu Kayserzinn (J. P. Kayser & Sohn, Krefeld) – einer der bedeutendsten deutschen Zinnmanufakturen des Jugendstils.
Die gewachsene Patina und sichtbare Gebrauchsspuren gehören dabei ganz selbstverständlich zur Geschichte dieser Platte. Sie erzählen von über hundert Jahren Geschichte und verleihen diesem Stück seinen ganz eigenen Charakter.
Zinnobjekt mit Fischmotiv, um 1900
Größe 50 x 25 cm, Höhe 2 cm
Eine kleine Vase, die ihre Wirkung nicht aus Größe, sondern aus Farbe und Oberfläche zieht.
Der kompakte, fast geschlossene Körper trägt einen tiefen Rotton, darüber feine goldene Schriftzeichen und ornamental gefasste Partien. Nichts wirkt zufällig Das Gold gliedert die Fläche, ohne den ruhigen Charakter der Form aufzulösen. Das Licht nimmt diese Oberfläche unterschiedlich auf - mal ganz ruhig, mal mit einem feinen Schimmer.
Entstanden ist die Vase in einer Zeit, in der Japan nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend für den internationalen Markt produzierte. Traditionelle Bild- und Dekorelemente wurden dabei neu interpretiert: klarer, reduzierter und so gestaltet, dass sie auch außerhalb Japans unmittelbar wirkten.
Gerade darin liegt der Charme dieses kleinen Stücks. Es erzählt von einer Zeit, in der japanisches Porzellan seinen Weg in die westlichen Haushalte fand – als Souvenir, als dekoratives Objekt und als kleine Erinnerung an eine zunehmend international werdende Welt.
„Sunny China / Made in Japan“ auf der Unterseite verweist genau auf diesen Exportkontext.
Heute wirkt die Vase fast wie ein kleines Fragment dieser Zeit: tiefrot, goldglänzend und ein wenig geheimnisvoll.
Eine kleine Vase mit großer Farbwirkung – und einem schönen Stück Zeitgeschichte.
Porzellan, Japan, Mitte des 20. Jahrhunderts
Durchmesser 9 cm
Höhe 10 cm
Diese kleine Teekanne hat es in sich: Gold, ein Drache, ein Phönix – und mittendrin das chinesische Zeichen 囍 für doppeltes Glück.
Drache und Phönix gehören zu den klassischen Motiven der chinesischen Bildwelt. Sie stehen für zwei Kräfte, die sich ergänzen: Der Drache steht für Stärke, Kraft und das Männliche, der Phönix für Harmonie, Schönheit und das Weibliche. Zusammen stehen sie für Partnerschaft und glückliche Verbindung. Das Zeichen 囍 verstärkt diese Botschaft noch einmal – traditionell steht es für doppeltes Glück und wird bis heute vor allem mit Hochzeiten in Verbindung gebracht.
Eine Teekanne also, die mehr erzählt, als man zunächst vermutet.
Entstanden ist sie im Kontext chinesischer Exportporzellane der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Traditionelle Motive wurden für den internationalen Markt neu interpretiert: klarer, grafischer und ausgesprochen dekorativ. Das lässt sich an dieser Kanne besonders schön sehen. Große Goldflächen treffen auf weiße Bildfelder, kräftige Farben setzen Akzente und der Drache windet sich beinahe wie ein Ornament um die Kanne.
Vielleicht war sie einst ein Geschenk, vielleicht brachte sie jemand von einer Reise mit nach Hause. Sicher ist: Sie ist nicht einfach nur ein hübsches Stück Porzellan, sondern eine kleine Glücksbotschaft aus einer Zeit, in der chinesische Bildwelten ihren Weg in die Wohnzimmer der Welt fanden.
Mehr Glück kann man in 22 Zentimeter kaum unterbringen.
Chinesisches Porzellan, ca. 2. Hälfte 20. Jahrhundert
Maße: 22 × 12 cm
Höhe: 15 cm
Sand-SammlungNatürliche Texturen
Über die SammlungIn erdigen Tönen und natürlicher Textur gehalten, zieht diese Vase mit ihrer vielschichtigen Oberfläche und ihrer skulpturalen Ausstrahlung alle Blicke auf sich. Ihre großzügige Form eignet sich ideal für ausdrucksstarke Blumenarrangements – oder als eigenständiges Kunstobjekt.