Um 1900 verändert sich der Geschmack. Was gestern noch streng, symmetrisch und repräsentativ sein musste, darf nun lebendiger werden. Die alten Formen des Historismus sind noch da, aber sie beginnen sich zu bewegen.
Diese Vase erzählt genau von diesem Übergang.
Ihre üppige, plastische Gestaltung erinnert noch an die repräsentative Keramik des 19. Jahrhunderts. Der kräftige Körper, der ausgearbeitete Fuß und die ornamentalen Details wirken beinahe wie ein kleines Schaustück. Doch dann lösen sich die Linien: Die beiden Henkel schwingen weit nach außen, Formen gehen ineinander über und erinnern bereits an Ranken und Pflanzen. Der Jugendstil kündigt sich an.
Auch die Glasur trägt zu diesem Eindruck bei: Türkis, Grün und beinahe schwarze Bereiche fließen ineinander und folgen der plastischen Oberfläche. Je nach Licht treten einzelne Strukturen stärker hervor, während andere wieder zurücktreten. Die Vase wirkt dadurch nie ganz statisch.
Vielleicht ist gerade das ihr besonderer Reiz: Sie zeigt einen Moment des Wandels. Eine Zeit, in der Künstler und Kunsthandwerker begannen, sich von den historischen Stilvorlagen zu lösen und nach einer neuen, eigenen Formensprache zu suchen.
Noch ist sie opulent, noch liebt sie das Ornament. Aber die strengen Regeln beginnen sich aufzulösen. Aus ihnen entstehen die geschwungenen Linien und organischen Formen, die wenig später zum charakteristischen Ausdruck des Jugendstils werden.
Eine Vase also, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern ein kleines Stück Aufbruch n sich trägt.
Keramik-Vase, Europa, wahrscheinlich Frankreich, um 1900.
Maße: 19 × 12 cm · Höhe: 29,5 cm
Um 1900 verändert sich der Geschmack. Was gestern noch streng, symmetrisch und repräsentativ sein musste, darf nun lebendiger werden. Die alten Formen des Historismus sind noch da, aber sie beginnen sich zu bewegen.
Diese Vase erzählt genau von diesem Übergang.
Ihre üppige, plastische Gestaltung erinnert noch an die repräsentative Keramik des 19. Jahrhunderts. Der kräftige Körper, der ausgearbeitete Fuß und die ornamentalen Details wirken beinahe wie ein kleines Schaustück. Doch dann lösen sich die Linien: Die beiden Henkel schwingen weit nach außen, Formen gehen ineinander über und erinnern bereits an Ranken und Pflanzen. Der Jugendstil kündigt sich an.
Auch die Glasur trägt zu diesem Eindruck bei: Türkis, Grün und beinahe schwarze Bereiche fließen ineinander und folgen der plastischen Oberfläche. Je nach Licht treten einzelne Strukturen stärker hervor, während andere wieder zurücktreten. Die Vase wirkt dadurch nie ganz statisch.
Vielleicht ist gerade das ihr besonderer Reiz: Sie zeigt einen Moment des Wandels. Eine Zeit, in der Künstler und Kunsthandwerker begannen, sich von den historischen Stilvorlagen zu lösen und nach einer neuen, eigenen Formensprache zu suchen.
Noch ist sie opulent, noch liebt sie das Ornament. Aber die strengen Regeln beginnen sich aufzulösen. Aus ihnen entstehen die geschwungenen Linien und organischen Formen, die wenig später zum charakteristischen Ausdruck des Jugendstils werden.
Eine Vase also, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern ein kleines Stück Aufbruch n sich trägt.
Keramik-Vase, Europa, wahrscheinlich Frankreich, um 1900.
Maße: 19 × 12 cm · Höhe: 29,5 cm